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Was der Blick in die Karten verrät

Wenn Carmen Schydlo die Karten auf dem alten Schreibtisch ausbreitet, erfährt der Kunde Dinge aus seinem Leben. Dabei ist Konzentratlon auf beiden Seiten wichtig. Fotos: Horst Siemes
Carmen Schydlo beschäftigt sich mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ihrer Kunden. Sie glaubt, schon als Kind hellsichtig gewesen zu sein.
Von Bianca Treffer .
Viersen. Auf dem alten dunklen Schreibtisch aus dem 17. Jahrhundert steht eine weiße Engelsporzellanfigur, vor der ein Teelicht in einem glasernen Kerzenhalter brennt. Daneben liegen mehrere Kartensätze. Allerdings gibt es weder As, Karo, Pik noch Bube oder einen Joker auf den Karten, sondern es sind Menschen, Landschaften und Gegenstände zu sehen. Das Zimmer strahlt eine heimelige Ruhe aus. Das empfindet auch Iris K. (Name von der Redaktion gean-dert) so. Entspannt sitzt sie auf dem blauen Sofa vor dem Tisch, ihr gegenüber Carmen Schydlo. „Wenn Sie jetzt die Karten nehmen und mischen würden“, fordert Schydlo die 53-Jährige auf. K. greift zu den Karten und mischt kräftig. „Was möchten Sie wissen?“ fragt Kleinen. Die Kundin muss
nicht lange überlegen. „Ich spüre irgendetwas bei meinem Mann Karl. Etwas stimmt da nicht. Ich würde gerne wissen, was es ist“, kommt die Antwort. „Denken Sie beim Kartenmischen an Ihren Mann und geben Sie. mir dann die Karten“, kommt die Aufforderung. K. macht ein konzentriertes Gesicht und schließt die Augen, dann übergibt sie die Karten in die Hände der Kartenlegerin. Schydlo nimmt die erste Karte ab und legt sie aufgedeckt in die Mitte. Es ist die Karte eines einzelnen Mannes. Acht verdeckte Karten folgen in einer bestimmten Anordnung. Sie nimmt die erste Karte auf. Ein weites Meer ist zu sehen. „Ihr Mann ist gerade von einer Reise zuruckgekehrt“, sagt Schydlo. Ein Nicken auf der anderen Seite des Tisches. Während die 45-jährige weitere Karten aufdeckt und berichtet, was sie steht, äußert K. immer wieder ihre Zustimmung.
Selbst als Kleinen eine weibliche Person ins Spiel bringt, die Karl während der Reise kennengelernt hat, bleibt K. ruhig. „Ich habe mir hier schon öfters die Karten legen lassen und vertraue Frau Schydlo. Alles stimmte bis-her. Auch die weniger schonen Dinge“, berichtet die Ratsuchen-de. Seit elf Jahren arbeitet Schydlo neben ihrer psychologischen Ausbildung und Tätigkeit mit den Karten. „Die Begabung der Hellsichtigkeit hatte ich schon als Kind“, glaubt die Viersenerin. Viele hätten als Kind Angst vor ihr gehabt, weil sie Sachen voraussah. „Ich bin damit unbedarft umgegangen und habe einfach das gesagt, was ich sah“, erzählt Schydlo. Jahrelang habe ihre Gabe verdrängt. Erst als sie von einer Kartenlegerin darauf angesprochen wurde, dass sie hellsichtig sei, babe sie die Gabe genutzt. „Man trägt mit einer solchen besonderen Fähigkeit eine hohe Verantwortung. Dessen muss man sich immer bewusst sein und behutsam damit umgehen“, betont sie. Deshalb sind Themen wie schwere Krankheiten und
Todesfälle tabu far sie. Darüber spreche sie nicht, selbst wenn sie etwas spüre. Ihre .Trefferquote bei den Blicken in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liege bei 85 Prozent, behauptert Schydlo. denn „100 Prozent gibt es nicht. Hellsichtige Menschen sind keine Götter“, bemerkt die 45-Jährige. Wichtig ist ihr auch immer, dass der Kunde am Ende der Sitzung nochmals Ruhe tankt, um mit dem Gehörten an mogliche Lesungen heranzugehen.
► Carmen Schydlo beschäftigt sich neben der psychologischen Beratung mit dein Kartenlegen und der Augenanalyse.
► Eine Sitzung dauert eine Stunde und kostet 35 Euro.
► Ihre Praxis ist in Brüggen / Niederrhein, Birkenweg 26. Telefonisch ist Carmen Schydlo unter der Rufnummer 02163/3413724 erreichbar.

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